Als sie mir mit sechs Jahren bei der Einschulung ein Kopftuch angezogen hatten, hatten sie mich gleichzeitig über die Bedeutung und meine Aufgaben aufgeklärt.

 

„Ab jetzt musst du viel lernen. Du muss lernen wie du zu einer Frau wirst, die ein Mann gnädigerweise heiraten möchte. Lerne kochen und nähen, lerne wie man den Haushalt führt. Mach dass dein Mann immer glücklich ist. Gebäre ihm viele Söhne. 

Sei gläubig. Fürchte dich vor dem Zorn Allahs, bete Tag für Tag damit du in den Himmel kommst. Sprich nicht laut, sprich am Besten überhaupt nicht, es sei denn du betest. Verhülle dich und werde unsichtbar“

Ich weiß nicht wann genau, aber irgendwann während dieses Briefings bin ich innerlich gestorben.

Ich nahm eine devote Haltung ein und verteidigte mein Kopftuch so gut ich nur konnte. Denn auch für den Verlust des Hidjabs habe ich vorsorglich eine Mahnung bekommen:

„Wenn dir dein Kopftuch im laufe deines Lebens jemals abrutscht und ein Mann der nicht dein Vater, Bruder, Ehemann oder dein Sohn ist, deine Haare sieht, verwandelt sich nach deinem Tode jedes einzelne Haar in eine Schlange. 

Sie werden dich tausende von Jahren an einem Seil fest halten. Du wirst über dem lodernden Feuer der Hölle hin und her schaukeln, ohne zu wissen, ob du je in den Himmel kommst oder die Schlagen das Seil eines Tages los- und dich damit in die Hölle fallen lassen.

Mich hat damals als Stadtkind sogar eine Ameise in die Flucht getrieben. Schlangen statt Haare auf meinem Kopf, haben mich zur Hüterin meines Kopftuches werden lassen.

 

Im Religionsunterricht der so ziemlich alle anderen Fächer vertrieben hatte, hatte ich so einiges über den heiligen Mohamad gelernt.

Er soll  arm aber sehr hübsch gewesen sein und mit 20 Jahren, eine 40 jährige Frau geheiratet haben, die eine Karawane besaß. 

Wäre ich frech hätte ich solch einen Mann als Gigolo bezeichnen. 

Was ich aber nicht getan hatte, da ich ja nicht wusste ob die Schlangen nach meinem Ableben nicht auch noch andere Pläne mit mir hatten, statt sich als meine Haarbedeckung zu engagieren.

Der Prophet hat viele Kriege geführt und wie es sich für einen Führer gehört, hat er seine Macht durch Angst und Schrecken etabliert. Er hat den Menschen die sich ihm nicht unterwerfen wollten die Köpfe abgeschlagen, ihre Frauen vergewaltigt, die Söhne versklavt und die Mädchen zu seinen vielen Ehefrauen gemacht.

Dass auch fünf jährige Mädchen darunter waren lag nur daran, dass er gerecht wie es sich für einen Führer gehört, alle gleich behandelt hat. 

Nein nein, das hatte nichts mit Pädophilie, sondern mit Gerechtigkeit zu tun.

Er war sogar so human, dass er sich zu den Leichen der Frauen gelegt hat, um ihnen die Bürde des Grabes zu nehmen. Allerdings nur bis zu 6 Stunden nach ihrem Tod. Danach sollten die Verstorbenen, kalt wie sie mittlerweile waren, schauen wie sie zurecht kommen. Die Männer sowieso!

 

Mit diesem Wissen wurde mein Leben nun immer reicher. Reich an Aberglaube, Angst, Zweifel und der Sicherheit, der Tot sei die Erlösung und so betete ich in jeder freien Minute.: “ Mein Leben möge bald aus- und gelebt sein“. 

 

Trotzdem wollte ich  die Anerkennung meiner Lehrerinnen, wollte im Leben was erreichen und lernte so viel es ging. In der dritten Klasse war es dann soweit:

Auf dem Schulhof, auf dem sich noch alle Schülerinnen nach dem allmorgendlichem Gebet für Imam Khomeyni und der iranischen Revolution aufhielten, wurden die besten des Schuljahres bekannt geben. 

Es wurde ihnen noch vor der Verkündung eine große Überraschung, eine große Würdigung ihrer Leistungen versprochen.

 

Halleluja!!!!!!

Ich war die dritt Beste!!! 

 

Mein einziger Gedanke: Ich bekomme GANZ BESTIMMT ein Fahrrad. Hundert pro! 

Die Überraschung kann nur ein Fahrrad sein.

Weit gefehlt.

Am nächsten Tag gab es für die Besten der Schule eine Überraschungsfahrt. Unterwegs dachte ich nur an mein neues Rad und wie ich damit bei den Nachbarskinder angeben könnte. Ich dachte an all die coolen Manöver die ich vorführen und, dass sogar die Jungs Augen machen würden.

Nach einer langen Fahrt in einem kleinen Bus stiegen wir auf einem Friedhof aus.

Verträumt und berauscht wie ich noch war, habe ich eine Zeitlang gebraucht um zu realisieren was gerade geschah.

Der Preis für meine schulischen Leistungen war der Besuch auf dem Friedhof unserer Kriegsopfer.

Die Bilder, die man dort an den Gräber der verstorbene vorfindet, sind nicht  immer die aus der guten alten Zeit. Ab und an sind solche Aufnahmen kurz nach ihrem Tod entstanden. Blutig, mit abgerissene Körperteile oder geplatzten Schädeln.

Eine Bilderserie hat sogar ausführlich darüber informiert, was passiert, wenn ein Soldat, lebendig vom Feind mit Seilen an 4 LKWs gefesselt wird, die dann alle gleichzeitig losfahren.

Die Aufklärung durch die überragende Dokumentation lag bei 100%

Unser Preis war, den ganzen Tag für diese tapfere Männer zu beten. Vorher sollten wir uns aber, um sie zu ehren mit ihrem Blut waschen, das aus einem Brunnen in ein Becken geflossen ist.

 

Heute weiß ich, dass es sich dabei nur um rot gefärbtes Wasser handelte. Mit neun Jahren aber, WAR es das Blut der Opfer und das waschen damit bis heute noch ein Trauma.

 

Mich mussten die Lehrerinnen schon gar nicht mehr auffordern an den Gräbern zu weinen. Ich ging schon automatisch zu Boden, während die Tränen sich längst selbständig gemacht hatten und sogar während der Rückfahrt nicht aufhören wollten zu fließen.

In der Schule angekommen, wo meine Mutter auf mich wartete, lobten die Lehrerinnen der islamischen Republik Irans meine Mutter, für ihre zu tiefst religiöse Tochter und die gute Erziehung.

An diesem Tag stieg meine Abscheu gegen die Schule und die Bildung, jedoch der Wunsch endlich zu sterben ins unermessliche. 

Statt das Leben auf dieser Erde himmlisch zu gestalten, tun Muslime alles dafür durch grausame Taten so schnell wie möglich zu sterben um dadurch in den Himmel zukommen.

 

Heute gehe ich durch die Straßen in Deutschland und sehe meine Verfolger, 

ich sehe die Hölle vor der ich geflohen bin. 

Heute höre ich die Rufe nach der Integration des Islams in Deutschland und 

verstehe diese Welt nicht. 

Ich begreife nicht das blinde Verhalten der zum Untergang einer Zivilisation führen wird.

 

Vielleicht weckt eine Fahrt zu dem besagten Friedhof die Gutmenschen auf.