Verehrter Herr Milky Way,

 

schauen Sie...die Sache mit mir und die ewigen Sperren ist so Sinnlos wie die Hoffnung, der Islam würde sich je reformieren.

Bei uns beiden ist Hopfen und Malz verloren!

Bereits in der Grundschule hat sich meine Lehrerin an mir die Zähne ausgebissen.
Natürlich war damals auch im Iran die Tatsache nicht gerne gesehen, dass ein Kind mit links schreibt.

Das bestrafen und schlagen der Kinder war noch ein Lehreradäquates verhalten.
So ging ich jeden morgen freiwillig an das Lehrerpult, streckte meine Hände aus, holte meine Schläge ab, setzte mich hin und schrieb mit der linken Hand weiter.

Ich hatte wirklich eine nette Lehrerin, denn sie schlug mich nicht sonderlich fest und erlaubte mir zudem ihr meine Handflächen statt den Handrücken hinzuhalten.

Mit der Zeit, gab sie die Bestrafung auf.

Nach der Revolution, zwangen uns die Wächter in der Schule zu beten.

Nun hatte ich weder Lust dazu, noch konnte ich tatsächlich die Gebete auswendig.
Dies war jedoch nie ein Problem, denn ohnehin war es den Mädchen nicht gestattet laut zu beten!!!!

Also zog ich mein Tschador so tief es ging über meinen Kopf, beugte mich über den Gebetsteppich, zog mein Heft raus und erledigte DANN meine Hausaufgaben.

Das stetige Lob der Wächterinnen war mir täglich sicher.
Sie deuteten meine übermäßig langen Aufenthalt im Gebetsraum für das Zeichen meiner gläubigen Haltung.

 

Lieber Herr ich will damit keineswegs aussagen, dass ich besonders mutig bin.
Ich bin bloß schon so oft mit dem Kopf durch die Wand gegangen, dass ich in der Hinsicht mehr als versiert bin.