Ich wünschte mich würde mal ein Reporter anrufen und mich fragen, wie der erste Bombenangriff war.

 

Ich wünschte er würde mich nach der Todesangst fragen.


Ich wünschte er würde mich nach dem Geruch fragen, der in der Luft lag.


Ich wünschte er würde mich nach den Schreien der Menschen fragen.

 

Ich wünschte er würde mich fragen wie ich mich gefühlt habe, als Erwachsene sich gegenseitig Ratschläge gegeben haben, welche Strassen man erst einmal vermeiden sollte, da noch Leichenfetzen an den Wänden der zerbombten Häuser klebten, die die Kinder nicht sehen sollten.

 

Ich wünschte er würde mich nach meiner Rüstung fragen, mit der ich mich in dem Flur schlafen gelegt habe, die ich bei einem Angriff bräuchte.

 

Ich wünsche ich könnte einem Reporter mal erzählen, wie man mir beigebracht hat, dass ich beim Alarm einer Chemiebombe meine Haut nass zu machen hatte, damit sie sich nicht zu schnell zersetzt.

 

Ich wünschte ich könnte ihm erzählen, wie ich Nacht für Nacht meine Trillerpfeife auf Tauglichkeit getestet habe, um Menschen auf mich aufmerksam machen zu können, sollte ich unter Trümmern begraben werden.

 

Ich wünschte ich könnte ihm erzählen, dass ich gerade mal neun Jahre alt war, als der Krieg im Namen Allahs begann.

 

Ich wünschte, ich könnte ihm deutlich machen, dass es mir um den Erhalt des Friedens geht.

 

Ich wünschte ich könnte ihm erzählen, dass ich selbst mit 44 Jahren nicht im Bett, sondern auf der Kante der Couch schlafen kann, um bei Gefahr loszurennen.

 

Ich wünschte ein einziger Reporter auf dieser Welt würde nur ein einziges mal in meine Seele schauen, um zu erkennen vor welche Narben, vor welche Gefahren ich die Menschen in Deutschland retten möchte.